Säure

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Säuren gehören zu den zentralen Geschmackselementen beim Wein. Im Zusammenspiel mit der Restsüße und dem Alkoholgehalt bilden sie das Rückgrat des Weines. Sie prägen seine Struktur und sind mitbestimmend für seine Haltbarkeit.

Die im Wein enthaltenen Säuren werden in flüchtige und nichtflüchtige Säuren unterschieden und in Gramm/Liter ausgewiesen. Der Säuregehalt des Mosts und die Zusammensetzung der Säuren haben großen Einfluss auf die Qualität des Weins. In der Regel liegt der gesamte Gehalt zwischen 3 und 16 Gramm pro Liter, abhängig von der Rebsorte und vom Reifegrad der Trauben.

Als Faustregel lässt sich festhalten: je wärmer das Anbaugebiet, desto geringer, je kühler das Anbaugebiet, desto höher der Säuregehalt im Wein. Je wärmer es während der Traubenreife ist und je später die Trauben gelesen werden, desto geringer ist der Säureanteil. Ein Teil der Säure wird bei der Gärung abgebaut. Der Abbau geht während des Reifungsprozesses langsam weiter.

Die Säure wirkt sich auf die Farbe, das Wachstum von Hefen und Bakterien sowie auf die Geschmacksqualität aus. Rotwein mit hoher Säure weist eine eher rote Färbung auf, während Rotwein mit niedriger Säure eine eher bläuliche Färbung annimmt. Für die Stabilität der Farbe ist ein hoher Säureanteil entscheidend. Bei Weißweinen bewirkt ein niedriger Säuregehalt ein Dunkelwerden, bis sich die Phenole schließlich als bräunliches Depot absetzen. Weine mit hohen Säurewerten können scharf, streng und unangenehm erscheinen (insbesondere bei einem hohen Anteil von Apfelsäure), Weine mit zu geringen Säurewerten schmecken eher flach.

Das Zufügen von Säure wird in wärmeren Weinbauregionen regelmäßig praktiziert. Gemäß EU-Verordnungen ist das Säuern abhängig von EU-Weinbauzone, Land und auch Weinart geregelt und meldepflichtig. Zugesetzt werden können Apfelsäure, Meta-Weinsäure, Weinsäure oder Zitronensäure.

In kühleren Weinbauregionen und / oder in schlechten Jahrgängen kommen eher Verfahren der Entsäuerung zum Einsatz. Hier gibt es mehrere Verfahren wie das Strecken des Weines mit Wasser, den Zusatz von Chemikalien zum Ausfällen der Säure und das Umwandeln von Säuren.

Ein gebräuchliches Verfahren der Umwandlung ist die malolaktische Säureumwandlung.


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