Vinorama on Tour: Blaufränkisch meets DAC 6


Wir widmen uns im Februar dem Blaufränkisch, auch Lemberger in Deutschland oder Kékfrankos in Ungarn genannt. In Österreich wurden dieser vielseitigen Traube gleich mehrere DAC-Gebiete gewidmet. Im folgenden Beitrag gehen wir auf zwei davon genauer ein.


Diplom-Sommelière

BLAUFRÄNKISCH  ist eine alte autochthone Rebsorte aus Österreich. Bereits im 18. Jahrhundert wurde sie das erste Mal erwähnt und tauchte danach in Deutschland und Ungarn auf. Diese Rebsorte entstand durch eine natürliche Kreuzung aus der Weißweinsorte Heunisch, welche einst eine wichtige Rebsorte war, und einem zweiten Elternteil, der noch nicht zu 100 % feststeht. Blaufränkisch ist aber auch als sogenannter "Elternteil" für Neuzüchtungen in Österreich und auch im Ausland äußerst beliebt. Zweigelt oder auch Blauburger können ihn stolz als Rebvater bezeichnen.
In Österreich findet man Blaufränkisch vor allem im Burgenland - das Mittelburgenland wird auch als Blaufränkischland bezeichnet - und im östlichen Niederösterreich, vor allem im Carnuntum. Im Mittelburgenland gibt es für Blaufränkisch seit 2005 den DAC-Status, beim Eisenberg im Südburgenland seit 2008.

WAS ZEICHNET BLAUFRÄNKISCH AUS?
Blaufränkisch gehört nach der Rebsorte Zweigelt zu der beliebtesten Rebsorte in Österreich.
Die Traube ist groß, verästelt, mitteldicht und kegelförmig. Sie besitzt blauschwarze rundliche Beeren. Das Blatt ist ebenfalls groß, grob gezähnt und fünflappig.
Blaufränkisch ist spätreifend und stellt mitunter hohe Ansprüche an die Lage und das Klima. Bei kühlem Wetter verrieselt er leicht (d.h. er wirft Blüten oder kleine Beeren vom Stielgerüst ab) und Spätfrost sowie ihre Blütenempfindlichkeit sorgen manchmal für Ertragsunsicherheit. Positiv ist jedoch seine Winterfrostfestigkeit, die sehr wichtig ist.
Für das große Potenzial ist diese Rebsorte ist bekannt und bringt große Weine dichter Struktur und markantem Tannin hervor. Die Weine eignen sich besonders gut für den Ausbau im Holz und sind international sehr gefragt.
Allein im Burgenland gibt es für Blaufränkisch drei DAC-Gebiete. Mittelburgenland DAC und Eisenberg DAC nur für Blaufränkisch, Leithaberg DAC für Blaufränkisch und vier weitere Rebsorten. Das Iby Rotweingut und das Weingut Pau Lehrner aus Horitschon beweisen, wie sensationell sich Mittelburgenland DAC- und DAC Reserve-Weine präsentieren. Das Weingut Kopfensteiner aus Deutsch-Schützen gewährt uns einen Einblick in das Südburgenland, genauer gesagt in das Gebiet Eisenberg DAC.

WAS BEDEUTET DAC?
DAC bedeutet "Districtus Austriae Controllatus" und steht für besonders gebietstypische Qualitätsweine. Grundsätzlich darf man in Österreich aus 35 Qualitätsrebsorten Wein erzeugen. In der Praxis beschränken sich die Winzer aber auf Sorten, die gebietstypisch und für ihre Weingärten am besten geeignet sind. Somit hat man beschlossen, gebietstypische Rebsorten oder Weine, die geschmacklich unverkennbar und typisch für ein heimisches Weinbaugebiet sind, als DAC zu vermarkten. Alle Weine aus anderen Rebsorten werden unter dem Weingutsnamen und Angabe des Bundeslandes vermarktet. Es gibt in Österreich mittlerweile neun DAC-Gebiete. 

MITTELBURGENLAND DAC: Das Mittelburgenland hat als eines der ersten österreichischen Rotweingebiete 2005 den DAC-Status erlangt. Zu den Hochburgen zählt die Gemeinde  Horitschon, aber auch  Deutschkreutz, Neckenmarkt und Lutzmannsburg dürfen nicht unerwähnt bleiben. Die Bodenbeschaffenheit reicht von Tegel-, Ton-, Sand- und Geröllböden bis hin zu stellenweise alten Korallenbänken. Das pannonische Klima trägt maßgeblich zu den hervorragenden Qualitäten bei, man zählt ca. 200 Sonnentage und der Niederschlag ist optimal.
DAC-Stufen: Mittelburgenland DAC (Alkoholwert von mindestens 12,5 % und höchstens 13 %), Mittelburgenland DAC mit Lage (Alkoholwert von mindestens 13 % und höchstens 13,5 %) & Mittelburgenland DAC Reserve (Alkoholwert von mindestens 13 %)

EISENBERG DAC: Das Südburgenland zeichnet sich durch seine welligen Hügel und steilen Hänge, vorwiegend Schieferböden, die für mineralische und klarfruchtige Weine sorgen, aus. Die größte Erhebung ist der Eisenberg, welchem auch der DAC-Status gewidmet ist. Am Fuße des Eisenbergs geben stark eisenhaltige Lehmböden den Ton an und verleihen den Weinen eine erdige Note und gute Tanninstruktur. Diese Zusammensetzung ist einzigartig in Österreich. Die wichtigsten Orte sind Eisenberg, Rechnitz und Deutsch-Schützen. 
DAC-Stufen: Eisenberg DAC (Alkoholwert von mindestens 12,5 %) & Eisenberg DAC Reserve (Alkoholwert von mindestens 13 %)



IBY ROTWEINGUT, HORITSCHON

Das Iby Rotweingut blickt auf eine traditionsreiche Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1884 zu Anton I. zurückreicht. Der heutige Senior, Anton IV., kelterte 1983 erstmals Rotwein. Die Jahre vergingen, es wurde umgebaut und erweitert. Nun ist Sohn Anton V. am Werk - schon 1996 kam er als Önologe und Kellermeister ins elterliche Weingut in Horitschon. 2003 lernte Anton Iby seine Frau Eva kennen, die seither für die Organisation und das Marketing des Weinguts verantwortlich ist. Mittlerweile hat das Winzerpaar vier Kinder. 2008 wurde der Antrag auf biologische Wirtschaftsweise gestellt. "Regionstypische Weine können nur durch biologische Bewirtschaftung entstehen", meint Anton M. aus Überzeugung, "denn je weniger man in die Natur eingreift, umso ursprünglicher schmeckt der Wein." 

Die Eltern, Anton IV. als Visionär auf dem Traktor und Johanna mit vollem Einsatz im Weingarten, sind immer noch mit am Werk und helfen wo es nur geht.  Blaufränkisch ungeschminkt  und unverwechselbar - die Leitsorte des Iby Rotweinguts spiegelt das  pannonische Klima  und den  schweren Lehmboden  am besten wider. Heute werden  40 Hektar  mit viel Leidenschaft und Gespür für die Natur bewirtschaftet.


WEINGUT PAUL LEHRNER, HORITSCHON

Das  Weingut Paul Lehrner  ist ein Familienbetrieb erster Güte, in dem noch alle Generationen mithelfen. Paul Lehrner hat den Betrieb von seinen Eltern übernommen und führt disen seither mit seiner Frau Gertrude. Auf einer Fläche von  26 Hektar  rund um  Horitschon  wird Wein auf höchstem Qualitätsniveau gekeltert. Erkennbares  Terroir, Regionalität, Beständigkeit  und Konstanz zeichnen die Lehrner-Weine aus. Die schweren, tiefgründigen Lehmböden und das Klima sollen im Wein zu spüren sein und gerade  Blaufränkisch  ist eine Rebsorte, die herausfordernd ist - genau dieser Rebsorte widmet Paul Lehrner den Großteil seiner Aufmerksamkeit. Die Lagen Gfanger, Hochäcker und Dürrau gehören zu den bekanntesten Lagen in Horitschon. Auf  alten Rebanlagen  werden somit authentische, vielschichtige und tiefgründige Weine aus bestem Traubenmaterial erzeugt.

"Vollendeter Trinkgenuss bedeutet für uns einerseits Reintönigkeit und Harmonie, andererseits Charakter, der durch die Sorten-, Jahrgangs- und Gebietstypizität und unsere persönliche Handschrift den Ausdruck findet. Genau diese Eigenschaften versuchen wir unseren Weinen bestmöglich mitzugeben, um ein einzigartiges Produkt zu schaffen", so das Weingut.


WEINGUT KOPFENSTEINER, DEUTSCH-SCHÜTZEN

Edith und Manfred haben den Grundstein für das Weingut Kopfensteiner in der "Weinidylle Südburgenland", genauer gesagt in Deutsch-Schützen, gelegt. Beide unterstützen noch immer tatkräftig den Familienbetrieb in allen Bereichen und können stolz auf ihr Lebenswerk sein. Das Zepter aber haben seit 2005 Astrid und Thomas Kopfensteiner in der Hand. Auf 18 Hektar Weingärten pflanzt das Winzerpaar leidenschaftlich die dominierende Rebsorte Blaufränkisch sowie einige Weißweinsorten an. Zehn Hektar davon entfallen auf den namhaften Eisenberg, die restlichen acht auf Deutsch-Schützen - die Weine, die daraus entstehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Zum einen mineralische, würzige Eisenberg-Weine, zum anderen erdig-fruchtige Weine aus Deutsch-Schützen machen die Vielfalt des Weinguts Kopfensteiner aus. 

Besonderes Augenmerk legt der Winzer dabei auf seine außergewöhnlichen Lagen, eine davon mit Namen  Saybritz. Eine Lage, die sehr karge Böden aufweist. Quarzsand in den  Schieferböden  sorgt für elegante und ungemein mineralische Weine. Das Winzerpaar ist sich einig, dass man für guten Wein lediglich die naturnahe Bewirtschaftung der Weingärten, in denen der Rebstock im Mittelpunkt steht, zurückhaltendes Tun im Keller und die besonderen Böden des Eisenbergs braucht.


  • A la Carte Punkte 92
Bio
  • 5+1

    GRATIS

Blaufränkisch Hochäcker, Mittelburgenland DAC 2015
12.50 Preis 12.50 (€ 16.67 / Liter)
enthält Sulfite

Fachbewertung(en) durch A la Carte Punkte und Falstaff
  • A la Carte Punkte 93
Bio
  • 5+1

    GRATIS

Blaufränkisch Dürrau, Mittelburgenland DAC Reserve 2012
42.20 Preis 42.20 (€ 56.27 / Liter)
enthält Sulfite

Fachbewertung(en) durch A la Carte Punkte und Falstaff
  • Falstaff 91
  • 5+1

    GRATIS

Blaufränkisch Gfanger, Mittelburgenland DAC 2013
7.90 Preis 7.90 (€ 10.53 / Liter)
enthält Sulfite

Fachbewertung(en) durch Falstaff
  • Falstaff 93
  • 5+1

    GRATIS

Steineiche Blaufränkisch, Mittelburgenland DAC Reserve 2013
17.10 Preis 17.10 (€ 22.80 / Liter)
enthält Sulfite

Fachbewertung(en) durch Falstaff
  • A la Carte Punkte 91
  • 5+1

    GRATIS

Blaufränkisch Eisenberg DAC 2015
8.90 Preis 8.90 (€ 11.87 / Liter)
enthält Sulfite

Fachbewertung(en) durch A la Carte Punkte
  • Falstaff 91
  • 5+1

    GRATIS

Blaufränkisch Saybritz, Eisenberg DAC Reserve 2013
25.90 Preis 25.90 (€ 34.53 / Liter)
enthält Sulfite

Fachbewertung(en) durch Falstaff

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