Die Reifeprüfung
Heute zu allen Weingärten, die in der Sandgrube und am Thurnerberg liegen und mit Veltliner bestockt sind, gefahren, um den Reifegrad der Trauben zu beurteilen.
Dazu verwende ich das Refraktometer: Der Saft einer Beere wird auf das Geräts getropft und dieses gegen die Sonne gehalten. Je nach Dicke (und damit je nach Süße) des Saftes wird das Sonnenlicht anders gebrochen und die Zuckergrade des Mostes werden so auf einer Skala ablesbar. Aus diesen lassen sich dann halbwegs genau Rückschlüsse ziehen, wie viel Alkohol der vergorene Most später hat. Um einen aussagekräftigen Durchschnitt zu bekommen sind allerdings 30 – 50 Messungen pro Weingarten notwendig.

Um den idealen Lesezeitpunkt bestimmen zu können, ist es für mich (fast) noch wichtiger die Reife der Beeren optisch und sensorisch zu beurteilen
- Beim Verkosten der Beeren kann man bereits sagen, ob schon reife Geschmackskomponenten vorhanden sind oder noch grünlich-säuerliche Elemente überwiegen.
- Beim Betrachten der Weintrauben kann man erkennen, ob die Beerenhaut die für eine gute Reife typische ins gelbliche gehende Farbe aufweist oder noch unreif-grün ist.
- Wenn man eine Beere mit dem Finger zerquetscht, kommen neben dem Most und dem Fruchtfleisch die Kerne zum Vorschein: Grüne Kerne zeugen von der Unreife der Trauben. Braune Kerne deuten auf reife Geschmackskomponenten hin.
Das Ergebnis meiner dreistündigen Rundfahrt durch die Weingärten: Veltliner Sandgrube und Thurnerberg sind reif für die Ernte.
Die gelbe Beeren mit noch zarten Grünreflexen sind sehr pikant und fruchtig zu verkosten und lassen Frische und Frucht im Wein erwarten. Die mittelbraunen Traubenkerne zeigen, dass die Bukettstoffeinlagerung in der Traube ist schon weit vorangeschritten ist. Die Trauben haben um die 18 – 18,5 Zuckergrade, was wahrscheinlich 12 – 12,5 Vol% Alk. im Wein ergeben wird.
Am 5. Oktober 2007 um 08:40 Uhr
Interessanter Beitrag – so erfährt man auch mal aus erster Hand was im Weingarten alles passiert!
Das lässt erahnen, wieviel Arbeit hinter der Weinproduktion steckt… wir wünschen euch alles gute und hoffen, dass auch die letzten Trauben gut in den Keller kommen!
Am 2. November 2008 um 19:21 Uhr
[...] Was Anton Hagen auf dem Foto macht, lesen Sie hier. [...]