Archiv der Kategorie ‘Weingut Studeny‘

Gärungskontrolle

Dienstag, den 25. November 2008

Am Wochenende war ich auf Bildungsreise im Südburgenland und ich war recht beeindruckt von der Gegend und vom Blaufränkisch.
Gestern wieder zurück ins Weinviertel gekommen, habe ich mich sofort wieder meinen Grüner Veltliner, Rieslingen und Sauvignons gewidmet. Wenn man 3 Tage nicht zu Hause ist, hat man immer irgendwie die noch gärenden Moste/Weine im Hinterkopf. Da ist man froh, wenn man wieder bei seinen “Babies” ist. Seit heuer kann ich mir solche Kurzausflüge zu so einer wichtigen Zeit auch leisten, da ich eine eine computergesteuerte Gärsteuerung bekommen habe, die auf die Hefeaktivität der jeweiligen Moste Rücksicht nimmt. Bei meinen vielen kleinen Tanks verliert man leicht den Überblick – daher bin ich heuer wesentlich enspannter zu dieser Zeit. Ich glaube, daß ich dadurch heuer wieder einen qualitativen Schritt nach vorne gemacht habe.

Wir haben die heurige Lese am zu Allerheiligen mit dem Grüner Veltliner aus der Riede Atschbach beendet. Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit den Ergebnissen, obwohl die besten Moste/Weine noch gären, sich jedoch auch schon im Endstadium der Gärung befinden.

Die leichteren GV´s sind heuer besonders duftig und fruchtbetont, besitzen eine knackige Säure ohne jedoch dünn zu wirken – die Traubenreduzierung im Sommer hat sich ausgezahlt. Die Ende Oktober geernteten Weine wie Urgesteinsriesling Triftberg, Sauvignon Blanc Sündlasberg und eben Grüner Veltliner Atschbach (und auch der “Topler”) hatten eine tolle physiologische Traubenreife – ein Garant für hochwertige, ausgewogene Weißweine. Diese Weine werden auch noch nach der Gärung möglichst lange auf der Feinhefe bleiben, wenn es geht bis Februar oder März. Das gibt Ihnen Komplexizität, Fülle und Cremigkeit ohne jedoch die gebietstypische mineralische Frucht zu verlieren.

Die nächsten Wochen werde ich zum Großteil im Keller verbringen – Hefe aufrühren, von der Hefe abziehen, verkosten, filtrieren, etc. Also wieder die noble Blässe zu Sylvester im Gesicht. Im Jänner möchte ich jedoch das Manko auf den Tiroler Bergen beim Schifahren ausgleichen.

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Laubarbeit und Pflanzenschutz

Freitag, den 11. Juli 2008

Im Juli dreht sich bei uns alles um die Weingärten. Es ist wirklich eine Herausforderung die Laubwand so zu gestalten, daß Sie für den gewünschten Weintyp genau die richtige ist. Die Stärke der Belichtung der Traubenzone wirkt sich v.a. beim Weißwein stark auf die endgültige Traubenqualität und die Aromaausprägung aus – natürlich von Sorte zu Sorte unterschiedlich.

Eigentlich müßte man von Sorte zu Sorte ein wenig anders ausblättern. Ein Sauvignon Blanc sollte meiner Meinung nach nicht zuviel Sonne bekommen, beim Riesling darfs jedoch schon mehr sein. Zuviel an Sonne würde aber auch wieder den Gerbstoffgehalt der Trauben ansteigen lassen. Es ist wirklich mit viel Gefühl umzugehen.

Durch die ausgiebigen Regenfälle im Mai und Juni ist der Krankheitsdruck in den Weingärten im Retzer Gebiet doch recht hoch. Vor allem Peronospora (Falscher Mehltau) macht sich in einigen Lagen breit. Daher müssen wir die Traubenzone luftig halten, damit die Trauben schneller abtrocknen. Mit unserem Sprühgerät bringen wir die Pflanzenschutzmittel vor allem in der Nacht und zeitig in der Früh aus, da kann es schon vorkommen dass man bis 2 Uhr Nachts am Traktor sitzt. Da wir am österreichischen Umweltprogramm ÖPUL 2007 teilnehmen, sind alle Pflanzenschutzmittel jahrelang ausgetestet worden, um ja nicht die Umwelt irgendwie negativ zu beeinflussen. “Gift” wie man es vor 30 Jahren ausgebracht hat, gibt es heutzutage gar nicht mehr.

So wie es aussieht gibt es für mich vor der Ernte wieder nur einen Kurzurlaub, es ist einfach kein Ende der Arbeit in den Weingärten in Sicht.

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Finale für die Klassiker

Dienstag, den 22. Januar 2008

bald ist es soweit: unsere klassischen Weine (Weinviertel DAC Classic, Riesling Classic) werden bald abgefüllt, doch vorher gilt es noch, den letzten Feinschliff der Weine zu machen – schließlich gibt es dann kein zurück mehr, sobald der frische junge 2007er in der Flasche ist. Ich, und vor allem meine Kunden, sollten den Wein bis mindestens Anfang bis Mitte 2009 in voller Pracht genießen können.

Da mein Weingut auch dafür steht, daß unsere Weine eine typisch mineralische lebendige Säure haben, werde ich auch heuer keine Säurekorrektur machen. Am liebsten hätte ich es, wenn ich absolut keine Weinbehandlungsmittel zugeben müsste, aber ohne geht es nie! (zumindest nicht beim Schwefel). Die klassischen Weine sind schon alle von allen Schwebestoffen (v.a. Hefen) durch Filtration getrennt worden.

1 Wein gärt sogar noch…wie fast jedes Jahr ist es ein Riesling, der “Urgesteinsriesling Alte Reben” hat seine Gärtätigkeit leider schon fast eingestellt – sollte für mich selbst kein Problem sein: wenn es im Frühjahr wieder etwas wärmer wird, wird sich die Hefe wieder erfangen und der Wein wird weitergären…ich schätze, daß ich den Wein dann im Herbst abfüllen kann. Diese Technik ist mir bestens bekannt von meinem Praxisbetrieb “Zind-Humbrecht” im Elsaß.

Probleme könnte es eventuell im Verkauf geben, denn den Wein werde ich dann erst wahrscheinlich im Jahr darauf in den Verkauf bringen.

Denn wer von Ihnen, liebe Leser, würde im März 2008 noch einen 2006er Weißwein haben wollen? Vielleicht ist der Prozentsatz hier in diesem Blog größer, aber den meisten ist doch ein frischer, fruchtiger Wein lieber.

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Halbzeit

Mittwoch, den 3. Oktober 2007

Im Weingut Studeny geht jetzt Schlag auf Schlag…die Trauben für den Weinviertel DAC kommen grösstenteils in den nächsten Tagen in den Keller und es schaut wirklich gut aus – gesunde Trauben, gutes Säureniveau, gute Gradation, aber das wichtigste – der Geschmack der Trauben, stimmt mich froh, das werden wieder sehr fruchtige, würzige Veltliner.

Mein Sauvignon Blanc vom Sündlasberg wurde heute mit 20,5° KMW geerntet, der geringe Botrytisanteil wurde penibel im Weingarten weggeschnitten.

Die Rieslingtrauben dürfen noch einige Tage (oder Wochen?) mehr am Stock verbleiben, jeder sonnige Tag, bringt sehr viel für das sortentypische Aroma. Der Grüne Veltliner aus der Riede Atschbach hat sicher noch am längsten Zeit, der wurde schon vor 2 Wochen ausselektioniert – jetzt hängen nur noch die schönen, lockerbeerigen Trauben am Stock.

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