Rückblick über das Jahr 2007
Samstag, den 13. Oktober 2007Jedes Jahr ist wieder eine neue Herausforderung die Trauben zum richtigen Zeitpunkt zu ernten. Heuer konnten wir den Lesezeitpunkt selbst wählen ohne große Rücksicht auf das Wetter. Der trockene Oktober mit sehr kühlen Nächten und warmen Tagen war für die Trauben sehr wichtig um noch die physiologische Reife zu bekommen. Ich finde, daß die Vegetation ca. 2 Wochen früher ist als in einem “normalen” Jahr. Gestern haben wir die Merlot Trauben geertet welche wir normalerweise um den 20. Oktober ernten. Der Ertrag ist weniger als erwartet bei ca. 30 hl/ha bei ca. 5000 Rebstöcken = 0,8 kg pro Rebstock. Die Qualität ist außergewöhnlich gut. Vor allem die reifen Tannine gefallen mir sehr gut. Nach dem Rebeln sind die Trauben direkt in den Gärständer gekommen und nun warten wir bis die spontane Gärung mit der natürlichen Hefe aus dem Weingarten beginnt.
Alle Pinots haben spontan gegoren und sind letzte Woche abgepresst worden. Die Maischestandzeit war ca. 2 Wochen. Nun sind sie in den Fässern wo sie voraussichtlich im Februar 1 mal abgezogen werden. Wir haben heuer 15 verschiedene Chargen vom Pinot. Jeder Weingarten wird separat geerntet (vom kleinsten Weingarten gibt es 1 Barrique) um zu sehen wie er sich entwickelt
Beim St. Laurent bin ich von der Qualität der jungen selektionierten Rebstöcke sehr positiv überrascht. Dieser Gärständer ist nun 3 Wochen auf der Maische und die Tannine sind sehr weich und rund aber ähnlicher einem Wein aus dem Rhonetal als aus der Burgund.
Die Lores (Chardonnay) gärt zur Zeit in den Holzfässern. Den Anteil der 700lt Fässer zu den Barriques haben wir in den letzten Jahren erhöht und so sind wir nun bei ca. 40%. Für mich ist es hier sehr wichtig das die Frucht des Chardonnays nicht vom Holz übertönt wird sondern nur geküsst.
Beim Rotgipfler, welchen wir aus den besten Lagen in Gumpoldskirchen bekommen, war die physiologische Reife heuer bedeutend früher als voriges Jahr. Er ist mit der Gärung bereits fertig und präsentiert sich mit einem sehr intensiven Duft nach tropischen Früchten.
Ich bin mit der heurigen Qualität der Weine trotz der Wetterkapriolen, (Frost, Hagel) sehr überrascht und ausgesprochen zufrieden. Die Menge ist um ca. 25% weniger als im vorigen Jahr. Ich glaube wir können uns über einen sehr guten Jahrgang freuen, welcher aber vom Gespür des Winzers sehr viel abverlangt hat.
Hannes Reinisch, Johanneshof Reinisch, Tattendorf
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