Kein Faschingsscherz
Freitag, den 14. November 2008
Es war schon dämmrig als uns unser Weingarten-Vorarbeiter Jan Janostiak am 11.11. um 16:30 lachend mit einer Traube in der Hand entgegenkam. “Das ist die letzte Traube.” hat er gemeint. Wir haben alles im Keller! Erleichtert feierten die Weingartenarbeiter den Leseabschluss mit Faschingskrapfen. Im Keller geht die Arbeit allerdings noch lange weiter… Doch zumindest ist man endlich nicht mehr vom Wetter abhängig und kann rückblickend sogar behaupten, dass es Petrus ganz gut mit den Weinviertlern meinte. Nach einem nicht so heißen Sommer, startete die Lese etwas später als in den letzten Jahren und es folgte ein regnerischer Oktober. Das gefiel den Grünen Veltliner-Trauben gar nicht und die Zuckergradation ließ auf sich warten. Doch mit dem Nationalfeiertag (26.10.) als Stichtag folgte ein herrliches Wetter und machte alles wieder wett. Die Sonnenstunden ließen vor allem die Trauben der kräftigeren Veltliner und die der Rieslinge an Reife aufholen und machten sich so für sehr extraktreiche Weine verantwortlich.
Diese Wettereinflüsse, sowie das Mitwirken unserer neuen Presse, welche mit Hilfe des Inertys-Systems die Trauben während der kompletten Pressung unter völligem Sauerstoffausschluss verarbeitet, machen die Weißweine in diesem Jahr besonders duftig und fruchtbetont. Romans Chardonnay Exklusiv sticht dieses Jahr ganz besonders hervor, denn so fruchtig wie in diesem Jahr war er noch nie. Doch für den Genuss der heurigen Weine wird man sich noch ein wenig gedulden müssen. Die meisten Fässer sind am Gären und warten auf den nächsten Akt. Nur der Wien.1 wird seinem Namen alle Ehre machen und noch dieses Jahr den neuen Jahrgang der duftigen 2008er eröffnen.
Bei den Rotweinen musste diese Jahr sehr stark ausgedünnt werden, ganz besonders beim Zweigelt. Trotzdem kann man von einer sehr zufrieden stellenden Ernte sprechen, da das verbleibende Traubenmaterial qualitativ mehr als überzeugen konnte und der Saft eine unglaubliche Farbintensität hat und sehr konzentrierte und wuchtige Rotweine hervorbringen wird.
Alles in allem also ist die aufregendste Zeit im Leben unserer Winzer und der 11. November mit einem zufriedenen Lächeln zu Ende gegangen.
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