Archiv der Kategorie ‘Weingut Meinklang‘

Das Jahr hat begonnen

Dienstag, den 22. Januar 2008

Man könnte meinen die Zeit im Winter ist etwas ruhiger, doch der Schein trügt. In den Weingärten hat der Rebschnitt beschwingt begonnen. Das warme Wetter der letzten Tage war einfach herrlich dafür. Schon fühlt man das Gras etwas grüner, der Boden hat die Winternässe gut aufgenommen und beginnt langsam abzutrocknen. Dennoch der Großteil der Arbeit ist derzeit im Keller. Die frisch-fruchtigen Weißweine sind fertig und bereits in Flaschen gefüllt. Der Graupert/ Grauburgunder liegt noch auf der Feinhefe, die ab und zu aufgerührt wird. Wir haben uns in diesem Jahr entschlossen ihn direkt von der Hefe weg zu füllen. Noch wirkt er etwas verschlossen. Doch nach einiger Zeit im Glas entfaltet sich ein frisch-blumiges Bukett, würzig und zart cremig am Gaumen mit langem Nachhall. Das bestätigt uns in unserem Ausbau und wir werden ihn wohl noch zwei/drei Monate weiter reifen lassen. Bei den roten 2007 steht erst der erste Abstich an. Das bedeutet viel Kosten im Vorfeld. Der Abstich erfolgt meistens über Luft, das heißt der Wein plätschert aus dem Fass oder Tank in eine Wanne, hat Luftkontakt und kann diese für weiteres Reifen und Atmen aufnehmen. Von der Wanne läuft der Wein in den nächsten Tank, befindet sich dieser in der unteren Etage, so können wir diesen Prozess ganz einfach mit Hilfe der Schwerkraft und ohne Pumpvorgänge bewerkstelligen. Zurückbleibt das Depot aus abgesunkenen Feinhefe-Beständen, das wir zum Verrotten wieder in unsere Weingärten bringen.

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wilde Gärung – wilder Wein

Samstag, den 6. Oktober 2007

Bis auf einen Wein haben jetzt alle Weißen und Roten ihre Gärung beendet. Der “Graupert” gärt noch langsam aber beständig schon die dritte Woche – kein Wunder bei den kühlen Aussentemperaturen. Wir haben ihn aber auch extra in kleine Fässer gefüllt, dadurch entsteht nicht viel eigene Gärungswärme und die Gärung kann so auf natürliche Weise verlängert werden. Der “Graupert” hat einen besonderen Stellenwert: wir lassen die Grauburgunder Reben in völliger Freiheit wachsen, und wollen nicht jedes Jahr durch Rebschnitt und Laubarbeiten in den Stoffwechsel der Reben eingreifen. Es ist nun schon das 8 Jahr, mit den Ergebnissen sind wir sehr zufrieden, sodass wir bereits andere Weingärten auch auf diese Bewirtschaftungsform umstellen möchten. Bei jedem Eingriff in das Wachstum der Rebe muss sich diese neu orientieren, das bedeutet auch letztendlich, dass viel Energie dafür notwendig ist und die innere Harmonie darunter leidet.
Das vegetative Wachstum geht zurück und der Rebstock konzentriert seine ganze Energie im Genrativen, den Trauben. Viele Trauben mit kleinen Beeren hängen an der lockern, im Inneren bereits verholzten Laubwand, mit idealer Sonnenbestrahlung da sie sich alle an der Außenseite befinden. Die Beeren sind deutlich kleiner, sodass sich ein günstiges Verhältnis zwischen Beerenschale, in der viele Extraktstoffe liegen, und dem geringeren Saftanteil in der Beere einstellt. Doch zurück zur Gärung: bei uns wird schon seit vielen Jahren jeder Wein für sich aus seinen eigenen natürlichen Hefen, viele sagen dazu auch “spontan” oder “wild”, vergoren. Für uns ist das ein ganz wichtiger Bestandteil für den eigenständigen Chrakter und wesentlich in der ganzheitlichen Sicht eines Weines. Oft wird jedoch die Spontangärung als Risiko bewertet. Dem muss ich entgegnen, wir hatten bisher noch keine Probleme, vielleicht auch weil wir unsere Weingärten schon knapp 15 Jahre biologisch bewirtschaften und hier einer größeren Vielzahl an Hefen, Bakterien und Mirkoorganismen Platz eingräumt wird.

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Michaeli

Dienstag, den 2. Oktober 2007

Die letzten Tage waren speziell durch die Tag-Nacht-Gleiche und das Michaeli-Fest geprägt.
Es ist die Zeit die uns die reifen Früchte beschert, in der wir für die Ernte danken und in der wir uns von der Kraft der üppigen Früchte erfüllen lassen. Doch es ist auch die Zeit in der das Welken und Absterben beginnt und sich die im Sommer und Frühling aufgelebte Natur wieder in die Erde zurückzieht. In unserem bio-dynamischen Jahreskreis erleben wir diese Zeit als eine ganz besonders intensive, wenn man die Eindrücke und Erfahrungen des Jahres in sich aufnehmen kann.
In diesem Zusammenhang haben wir unsere bio-dynamischen Präparate hergestellt: die leeren Kuhhörner mit Dung befüllt und zum Reifen über die Winterruhe im Boden vergraben. Schafgarbe, Kamille, Eichenrinde und Löwenzahn, sie alle werden gemeinsam mit dem Horn-Mist-Präpart im kommenden Jahresverlauf unsere Böden und Kompostmieten in Harmonie bringen und beste Wachstumsbedingungen für unsere Reben schaffen.

In den Weingärten ist es mittlerweile ruhig geworden. Die Herbstbegrünung steht in voller Blüte, die Reben ziehen ihre Kräfte für den bevorstehenden Winter in Stamm und Wurzeln zurück. Das Ende unserer Lese liegt schon mehr als zwei Wochen hinter uns und das hektische Treiben scheint schon fast wieder vergessen. Im Keller haben wir gestern das Abpressen der Roten begonnen. An der purpurfarbernen Presse zeigt sich schon von Weitem ein dichter, intensiver Jahrgang und der ganze Keller liegt in einem berauschenden würzig-beerigen Duft.

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