Monatsarchiv für November 2008

Martini – harmonisch und herb

Dienstag, den 11. November 2008

Wir Burgenländer feiern unseren Landespatron. Begonnen haben wir damit vergangenes Wochenende, als wie die Kellertüren für alle Interessierten aufsperrten. Zwischen den Aktzeichnungen von Winfried Sonnleithner (“Körper – harmonisch und herb“) und unseren (schon leeren) Rotweingärtanks konnte man junge Fassproben und abgefüllte Weine kosten. Und nächste Woche können Sie’s nochmal tun: am Freitag von 17.00 bis 22.00 Uhr und am Samstag von 14.00 bis 22.00 Uhr schmecken, wie Dissonanz und Harmonie in unseren Weinen zur Balance wachsen.

Claudia Hareter-Kroiss
Weingut Hareter
www.hareter.at

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Gute Erebnisse

Donnerstag, den 6. November 2008

Der Großteil unserer Rotweine wurde von der alkoholischen Gärung direkt in den biologischen Säureabbau übergeleitet. Die Weine “glucksen” wohltemperiert, d. h. sie lagern bei einer Raumtemperatur von gut 15° C und bauen ihren harten Apfelsäure-Anteil in die weiche Milchsäure um. Dabei werden sie ständig kontrolliert, um jegliche Fehlentwicklung zu vermeiden. Unser St. Laurent hat diesen Prozess fast abgeschlossen und soweit es diese jungen Weine zulassen – im Geschmack zeigen sie noch viel lebendiges CO2 – lassen sie die Typizität des JG 2008 und bereits Harmonie erkennen. Es ist ein Jahrgang mit Tiefe – markanter und ausgeprägter als sein Vorgänger – , der viel Erlebnis verspricht. Ein gutes Ergebnis also!

Weingut Kummer-Schuster, Halbturn

www.kummer-schuster.com 

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Roman Pfaffl bevorzugt den Pump-Over dem Hang-Over

Donnerstag, den 6. November 2008

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Wieder ist eine Woche verstrichen und der Riesling am Berg ist heute ins Faß übersiedelt. Seit 2004, dem Jahr des Debuts des lieblichen Rieslings, genießt er das Privileg im gleichen Faß die Gärung vorzunehmen. Seit Juni stehen die Fässer leer und erwarten den frisch gepressten Saft im Herbst. Jedes Jahr verströmen die nach langem geöffneten Fässer eine herrliche Pfirsicharomatik, welche unverkennbar dem Riesling zuzuschreiben ist.

Im Barriqueraum türmen sich die Fässer. Zum ersten mal entschied sich Roman für ausschließlich französische Fassbinder. Denn er ist davon überzeugt, dass diese Barriques einerseits den Geschmack fördern und die Weine am Gaumen noch stoffiger machen und sich andererseits von der Holznote distanzieren. Der Raum ist auf konstante 20° gehalten und während Pinot Noir und Zweigelt beim Säureabbau sind, ist der St. Laurent bereit für den Umzug am Ende des Monats. In dieser Wartezeit wird er ständig gekostet, um die optimale Fülle auszunutzen.

Cabernet Sauvignon und Merlot sind hochbeschäftigt, denn sie befinden sich mitten in der Gärung und werden jeden Tag alle 30 Minuten rundgepumpt. Roman spricht hier vom „Pump-Over“. Soviel zur Szenesprache der Jungwinzer…
Doch auch dem Chardonnay Rossern wird nicht langweilig. Jeden Freitag kommt es zur Battonnage damit er schön cremig wird. Erstmals wird ein Teil im Akazienbarrique ausgebaut, dies soll ihn noch fruchtbetonter machen und die Holznote ist kaum noch spürbar.
Schön langsam nimmt jeder Wein Persönlichkeit an …

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Prädikatsweinlese in Sicht

Mittwoch, den 5. November 2008

Das – zwar eher – frühlingshafte und feuchtwarme Wetter der letzten Wochen läßt unsere Chardonnay- und Weißburgunder-Trauben einen großen Schritt in Richtung Trockenbeerenauslese reifen. Aus den anfangs gebildeten “Botrytisnester” in den gesunden Trauben hat sich die Edelfäule prächtig entwickelt und gut 80 % der Trauben zeigen das typische Erscheinungsbild: mit Pilzrasen überzogen, bräunliche Verfärbung der Beerenhaut und beginnendes rosinenartiges Schrumpfen und Einziehen der Beeren. Man braucht beim Anblick dieses Traubenmaterials schon viel Phantasie um sich die tollen Endprodukte vorstellen zu können!

Wie beim heutigen Kontrollgang festgestellt rechnen wir in etwa vierzehn Tagen mit der Ernte und es wird – trotz des momentan sehr einheitlichen Erscheinungsbildes – sicherlich einer Selektion bedürfen. Bei diesen feinen Weinen gilt ganz besonders der Grundsatz: Qualität vor Quantität!

Weingut Kummer-Schuster, Halbturn

www.kummer-schuster.com 

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Blackjack!

Sonntag, den 2. November 2008

Die Lese ist arbeitsreich, aber interessant. Vor allem aber ist sie spannend. Jeden Tag heißt es Entscheidungen zu treffen, die wesentlich für die Qualität des neuen Jahrganges sein können. Wie so oft im Leben würde man sich bedeutend leichter tun, wenn man in die Zukunft blicken könnte. Denn vieles ist von einer einfachen Frage abhängig: Wie wird das Wetter?

Jeder schöne Sonnentag bringt eine Verbesserung an Fruchtigkeit, Zuckergrade und Geschmack. Jeder Regentag könnte aber bereits erreichte Qualität wieder etwas schwinden lassen.

Deshalb wird immer wieder kontrolliert, gemessen, geplant und umgeplant, am Kopf gekratzt, durch die Haare gefahren. Und zum Schluss geht man nochmals “nur schauen” durch alle Weingärten und stellt sich nochmals die immer gleichen Fragen:
Welche Trauben müssen rasch abgeerntet werden? Welche kann man noch hängen lassen? Wo soll man nochmal “durchlesen” – daher reife Trauben abernten, dem Rest nochmals etwas Sonne gönnen? Was ist jetzt am dringendsten?

Sicher kennen Sie das Kartenspiel Blackjack, auch bekannt unter 17 und 4. Man bekommt zwei Karten, die Kartenwerte werden addiert. Ziel ist es möglichst nahe an die 21 zu kommen. Dazu kann man immer wieder Karten nachbestellen. Aber Vorsicht: Wer über die 21 kommt, hat auf jeden Fall verloren.
Um zu gewinnen muss man also wissen, wann man aufhören muss. Gleichzeitig muss man sich aber auch etwas trauen, muss überlegen wie nahe man an den Idealzustand kommen kann. So ähnlich ist für uns diese Zeit. Und wie im Spiel kann man viel gewinnen, aber auch viel verlieren.

Deshalb ziehen wir immer wieder unsere Runden durch die Weingärten: Um möglichst nahe an diesen Idealzustand von optimaler Beerenreife und idealer Aromabildung heranzukommen, ohne die Nachteile des zu langen Wartens in Kauf nehmen zu müssen. Jeder gute Tag, den die Trauben noch draußen verbringen dürfen, bedeutet ein Mehr an Qualität und Geschmack im Glas.

Noch eine Karte bitte!
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Was Anton Hagen auf dem Foto macht, lesen Sie hier.

Herzliche Grüße aus dem Kremstal
Familie Hagen

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