Monatsarchiv für November 2008

Vorboten des Winters

Donnerstag, den 27. November 2008

ziehen bereits ins Kamptal. Als Winzer bin ich froh, dass ich die Ernte bei schönem Wetter erfolgreich beenden konnte. In den Weinbergen kehrt nun Ruhe ein, im Keller ist davon noch nichts zu merken.

Die ersten Lagenweine sind schon mit der Gärung fertig und müssen zugefüllt werden. die kräftigern befinden sich am Ende der Gärung und müssen täglich kontolliert und verkostet werden. Bei den Verkostungen der ersten Jungweine man, dass die Sortenaromatik wunderbar ausgeprägt und die Stilistik fein strukuriert und elegant ist. Nächste Woche kommt unser erster Wein Jahrgang 2008 in die Flasche, der Grüne Veltliner green.

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Im Weingut wurde ein neuer Rebvorschneider angschafft, mit dem Traktorist Arek schon fleißig in den Weingärten im Einsatz ist. Die Weingartenmannschaft kann mit dem Rebschnitt beginnen.

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Golser Martiniloben !

Donnerstag, den 27. November 2008

Das Golser Martiniloben feierte heuer seinen 20. Geburtstag. Im Zuge dieses Jubilläums veranstaltete der Weinbauverein Gols eine Blindverkostung in der Ortsvinothek, die ebenfalls 5-jähriges Bestehen feierte. Gesucht wurde der beste Zweigelt von Golser Lagen. Das Publikum, das sich wie jedes Jahr in über 80 Weinkellern von der hervorragenden Qualität der national und international ausgezeichneten Weine des bedeutendsten Weinortes Österreichs überzeugen konnte, prämierte heuer zum ersten Mal in Form einer Blindverkostung den besten Zweigelt des Ortes. 19 verschiedene Weinbaubetriebe stellten ihren Wein den anspruchsvollen Gaumen der
3.000 Besuchern zur Verkostung bereit. Wir beteiligten uns mit unserem ELISA 2006 Riede Hofacker und erreichten den 2. Platz.  Sind natürlich sehr stolz darüber. Der Zweigelt ist eine sehr wichtige Rebsorte in unserer Region – passt ausgezeichnet zum Gansl- oder Entenbraten.

Bis morgen, liebe Weinfreunde
Eure Elisabeth

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Gärungskontrolle

Dienstag, den 25. November 2008

Am Wochenende war ich auf Bildungsreise im Südburgenland und ich war recht beeindruckt von der Gegend und vom Blaufränkisch.
Gestern wieder zurück ins Weinviertel gekommen, habe ich mich sofort wieder meinen Grüner Veltliner, Rieslingen und Sauvignons gewidmet. Wenn man 3 Tage nicht zu Hause ist, hat man immer irgendwie die noch gärenden Moste/Weine im Hinterkopf. Da ist man froh, wenn man wieder bei seinen “Babies” ist. Seit heuer kann ich mir solche Kurzausflüge zu so einer wichtigen Zeit auch leisten, da ich eine eine computergesteuerte Gärsteuerung bekommen habe, die auf die Hefeaktivität der jeweiligen Moste Rücksicht nimmt. Bei meinen vielen kleinen Tanks verliert man leicht den Überblick – daher bin ich heuer wesentlich enspannter zu dieser Zeit. Ich glaube, daß ich dadurch heuer wieder einen qualitativen Schritt nach vorne gemacht habe.

Wir haben die heurige Lese am zu Allerheiligen mit dem Grüner Veltliner aus der Riede Atschbach beendet. Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit den Ergebnissen, obwohl die besten Moste/Weine noch gären, sich jedoch auch schon im Endstadium der Gärung befinden.

Die leichteren GV´s sind heuer besonders duftig und fruchtbetont, besitzen eine knackige Säure ohne jedoch dünn zu wirken – die Traubenreduzierung im Sommer hat sich ausgezahlt. Die Ende Oktober geernteten Weine wie Urgesteinsriesling Triftberg, Sauvignon Blanc Sündlasberg und eben Grüner Veltliner Atschbach (und auch der “Topler”) hatten eine tolle physiologische Traubenreife – ein Garant für hochwertige, ausgewogene Weißweine. Diese Weine werden auch noch nach der Gärung möglichst lange auf der Feinhefe bleiben, wenn es geht bis Februar oder März. Das gibt Ihnen Komplexizität, Fülle und Cremigkeit ohne jedoch die gebietstypische mineralische Frucht zu verlieren.

Die nächsten Wochen werde ich zum Großteil im Keller verbringen – Hefe aufrühren, von der Hefe abziehen, verkosten, filtrieren, etc. Also wieder die noble Blässe zu Sylvester im Gesicht. Im Jänner möchte ich jedoch das Manko auf den Tiroler Bergen beim Schifahren ausgleichen.

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Kälteeinbruch

Montag, den 24. November 2008

Endlich ist es auch bei uns so weit – Der Winter ist da! Die Grade sind ins Minus gewandert! Nach dem Schneesturm am Wochendende hat es heute begonnen zu regnen. Morgen werden wir mit Glatteis zu kämpfen haben!!

Von der Kälte eingeschüchtert haben wir heute drinnen Flaschen etikettiert und verpackt! Am Nachmittag fand ein Kurs in Gols statt – ÖPUL 2007. Dabei wurden neue Aufzeichnungspflichten und sämtliche Änderungen für den kontrollierten integrierten Weinbau besprochen und diskutiert.

Bis morgen liebe Weinfreunde!

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Was es in unserem Weinbau so alles gibt …

Samstag, den 22. November 2008

Nachdem wir in unserem Weingut Schneider vor mehr als vierzehn Tagen die Weinlese abgeschlossen haben und nunmehr die letzten Partien zu Pressen haben ,ist doch wieder etwas Ruhe in unserem Arbeitsablauf eingekehrt. Es geht nunmehr – unter Berücksichtigung der Jahrgangsmerkmale des so facettenreichen Weinjahres 2008 – um die Feinabstimmung bei Ausbau und Schulung unserer Weine.
Auch in unseren Weingärten ist momentan Arbeitsruhe eingekehrt – so dachten wir zumindest bis vor Kurzem ! Da flatterte uns ein behördliches Brieflein ins Haus, welches uns kundtat, daß wir einen unserer Weingärten nicht “ordnungsgemäß” bewirtschaften und diesen daher unter Fristsetzung bis Ende Dezember in Ordnung zu bringen hätten.
Warum geht es da konkret ?
Der angesprochene Weingarten ( eine Neuanlage mit der Sorte Pinot Noir bepflanzt ) befindet sich in einer Hanglage und ist oberhalb von einer mit verschiedenen Sträuchern bewachsenen Böschung begrenzt. Diese an und für sich wertvolle Weingartenlage ist im Falle starker Niederschläge von starken Erdabträgen bedroht und deshalb stellt für uns der Strauchbewuchs der angeführten Böschung – neben einer ganzjährigen Begrünung der gesamten Anlage – eine unbedingt notwendige Absicherung dagegen dar.
Stein des Anstoßes für die Behörde war letzten Endes die Tatsache, daß sich innerhalb der strauchbewachsenen Böschung auch “wilde Reben” befinden und diese so zu entfernen seien, daß es zu keinem Austrieb mehr komme. Im Klartext: wurzeltiefe Entfernung und damit Zerstörung des gesamten Böschungbewuchses.
Es ist dies für uns, die wir in einer Begrünung und abwechslungsreichen Bepflanzung innerhalb der Weinbaufluren ein entscheidendes Kriterium zukünftigen qualitaitven Weinbaues sehen, eine eigentlich befremdende Eistellung und wir hoffen sehr, dass diese sich doch noch ändern wird und nicht unsere Arbeit unnötig schwerer macht.

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liebe Weinfreunde

Mittwoch, den 19. November 2008

Der September war von der Witterung leider nicht optimal und die Reifung der Trauben verzögerte sich.
Es heisst-bitte warten.
Kalte Nächte und ein frischer Wind trocknet und konzentriert die Trauben jetzt.
Wir haben noch ca. 14 Lesetage vor uns.
Die Trauben werden von einer ausgesuchten Schar an Lesehelfern sorgfältig von Hand selektioniert und geerntet.Keine leichte Aufgabe heuer,und Motivation ist sehr wichtig.(und eine Kanne voll Glühwein)
Nach dem Rebeln wird eine je nach Sorte verschieden lange Maischestandzeit eingehalten. Mit einer pneumatischen Luftdruckpresse wird die Meische schonend gepresst.Nach einer Klärung über
Nacht wird der Traubensaft mittels Reinzuchthefe zur kontrollierten Gärung gebracht.
Die bereits geernteten Trauben verprechen wieder einen sehr fruchtigen Jahrgang,die ersten Füllungen wird es ca.März geben.
Der Jahrgang 2007 erreicht jetzt eine schöne ausgewogene Trinkfreude.Die Steinfeder und Federspiele-ein Genuss.Die Smaragde kann man und soll man ruhig noch etwas reifen lassen.Vorallem jene aus mineralischen Böden gewinnen noch enorm an Potenzial.
Wir danken für Ihr Vertrauen und wünschen einen schönen Advent.
Eine freudige Nachricht möchten wir noch sagen.Im Hause Schmelz gibt es Nachwuchs,Thomas und Bianca bekamen einen David,die Freude ist riesengross.
Winzerfamilie Schmelz

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GENAUIGKEIT IM KELLER

Dienstag, den 18. November 2008

Die stürmische Zeit im Keller ist vorbei.Die ersten Analysen nach Beendigung des biologischen Säureabbaus sind sehr erfreulich.Jetzt ist sauberes Arbeiten im Keller gefragt.
Erste Untersuchungen ergaben hervorragende Extraktwerte.
Blaufränkisch 29,8g
Merlot 30,8g
Pinot noir 29,2g
Shiraz 31,5g
Zweigelt 28,7g

Die Sorte Pinot noir machte leichte Probleme beim biologischen Säureabbau.Es war notwendig mit natürlichen Bakterien zu arbeiten.Ansonsten verläuft in der Kellerei alles nach Plan.Der Zweigelt wurde bereits vom Lager gezogen und in einjährige Barrique gefüllt.Heuer hatten wir wirklich Glück mit dem schönen Herbst.Hervorragendes Traubenmaterial bringt eben weniger Probleme im Keller.
Gestern wurden die von der AMA vorgeschriebenen Bodenproben gezogen und ins Labor gesandt.
Bin froh,dass sich meine Cousine mit der Pferdezucht beschäftigt und für die Rebflächen ausreichend natürlichen Dünger zur Verfügung stellt.
Gabor,unsere treue Seele im Haus,denkt schon an den Rebschnitt.
Freu mich schon auf eine besinnliche ruhige Weihnachtszeit und auf die erste Verkostung,die bei uns traditionell immer am 26.Dezember stattfindet.
Die ersten Eindrücke vom neuen Jahrgang werde ich selbstverständlich im Vinoblog veröffentlichen.Ich wünsche jetzt schon den Mitarbeitern und Kunden der Firma Morandell und allen Winzerkollegen/innen eine erfolgreiche Wintersaison und eine besinnliche Weihnachtszeit.

Bis bald

Hans Polczer

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Martini-Ende, Advent-Beginn

Samstag, den 15. November 2008

 

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Wir sind mitten d’rin im Martini-Verkostungsgeschehen. Im Verkostungsraum scharen sich Weinliebhaber um die Stehpulte und vor allem um unsere Bar. Angeregt wird verkostet, dann getrunken und zwischendurch immer gefragt. Zum Beispiel: Warum der Wein in einer Magnumflasche länger hält. Wie man einen schleichenden Kork erkennt. Welche Fässer einen Kokoston bringen könnten. Warum wir keine Tanninschönungen machen. Warum wir biologisch arbeiten. Ob es für die Kinder auch Traubensaft gibt … So ergeben sich interessante Gespräche, die den Winzer dem Kunden näher bringen, die den Wein besser schmecken lassen. (Auf dem Bild sehen Sie/seht ihr übrigens einen winzigen Ausschnitt aus unserer diesjährigen Ausstellung “Körper – harmonisch und herb” und einen ebenso winzigen Ausschnitt unseres Sortiments.)
Nächste Woche werden wir Martini hinter uns gelassen haben und uns schön langsam der besinnlicheren Zeit zuwenden: Die schon zur Tradition gewordenen Veranstaltung zugunsten von “Licht ins Dunkel” im Autohaus Weintritt findet kommenden Freitag (21. 11. 08) statt und läutet unseren Advent ein.

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heben und nicht drehen …

Freitag, den 14. November 2008

Unsere Weingartenerde muss es locker nehmen  … deshalb sind wir diese Woche – wenn es regenbedingt ging – mit dem Tiefenlockerer durch die Zeilen gefahren. Dreißig bis vierzig Zentimeter reicht das Gerät in den Boden. Es wird am Beginn der Zeile hineingesetzt, dann zieht man es durch: die im Boden befindlichen Zacken lüften die Erde, drehen sie aber nicht um. An der Oberfläche sichtbar ist nur ein dünner Schlitz, die Begrünung wird nicht beschädigt. So lockert man also einen begrünten, aber durch Spritz- und Lese-Arbeit zusammengefahrenen, verdichteten Boden. Das Grüne kann weiterwachsen … und die Erde atmen.

Claudia Hareter-Kroiss
Weingut Hareter
www.hareter.at

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Kein Faschingsscherz

Freitag, den 14. November 2008

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Es war schon dämmrig als uns unser Weingarten-Vorarbeiter Jan Janostiak am 11.11. um 16:30 lachend mit einer Traube in der Hand entgegenkam. “Das ist die letzte Traube.” hat er gemeint. Wir haben alles im Keller! Erleichtert feierten die Weingartenarbeiter den Leseabschluss mit Faschingskrapfen. Im Keller geht die Arbeit allerdings noch lange weiter… Doch zumindest ist man endlich nicht mehr vom Wetter abhängig und kann rückblickend sogar behaupten, dass es Petrus ganz gut mit den Weinviertlern meinte. Nach einem nicht so heißen Sommer, startete die Lese etwas später als in den letzten Jahren und es folgte ein regnerischer Oktober. Das gefiel den Grünen Veltliner-Trauben gar nicht und die Zuckergradation ließ auf sich warten. Doch mit dem Nationalfeiertag (26.10.) als Stichtag folgte ein herrliches Wetter und machte alles wieder wett. Die Sonnenstunden ließen vor allem die Trauben der kräftigeren Veltliner und die der Rieslinge an Reife aufholen und machten sich so für sehr extraktreiche Weine verantwortlich.

Diese Wettereinflüsse, sowie das Mitwirken unserer neuen Presse, welche mit Hilfe des Inertys-Systems die Trauben während der kompletten Pressung unter völligem Sauerstoffausschluss verarbeitet, machen die Weißweine in diesem Jahr besonders duftig und fruchtbetont. Romans Chardonnay Exklusiv sticht dieses Jahr ganz besonders hervor, denn so fruchtig wie in diesem Jahr war er noch nie. Doch für den Genuss der heurigen Weine wird man sich noch ein wenig gedulden müssen. Die meisten Fässer sind am Gären und warten auf den nächsten Akt. Nur der Wien.1 wird seinem Namen alle Ehre machen und noch dieses Jahr den neuen Jahrgang der duftigen 2008er eröffnen.

Bei den Rotweinen musste diese Jahr sehr stark ausgedünnt werden, ganz besonders beim Zweigelt. Trotzdem kann man von einer sehr zufrieden stellenden Ernte sprechen, da das verbleibende Traubenmaterial qualitativ mehr als überzeugen konnte und der Saft eine unglaubliche Farbintensität hat und sehr konzentrierte und wuchtige Rotweine hervorbringen wird.

Alles in allem also ist die aufregendste Zeit im Leben unserer Winzer und der 11. November mit einem zufriedenen Lächeln zu Ende gegangen.

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