Monatsarchiv für Juli 2008

Tradition und Forschung

Mittwoch, den 30. Juli 2008

Eine Säule unserer Betriebsphilosophie ist die kompromisslose Qualitätsarbeit im Weingarten. Daher begleiten wir die Rebstöcke das ganze Jahr über bestmöglich bis zur Traubenreife und darüber hinaus. Der Rebstock wird fünf bis sechsmal ausgedünnt und das Laub während der Sommermonate sorgsam händisch formiert. Alte Rebanlagen werden besonders gepflegt, so gibt es heute am Gut Weingärten, die  45 Jahre alt sind und alljährlich ausgeglichene dichte Weine bringen. Die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass nur bestes Traubenmaterial große Weine hervorbringen kann, haben wir für unseren Betrieb schon vor Jahrzehnten getroffen: Ausschließlich Trauben aus unseren eigenen Weingärten werden von uns vinifiziert.
Bei allen Entwicklungen, die es in den letzten Jahren auch in unserem Betrieb gegeben hat und weiterhin geben wird, ist diese Tradition eine, die für uns auch in Zukunft immer im Mittelpunkt stehen wird.
Apropos Entwicklungen…. Sich weiterentwickeln, offen sein für neue Erkenntnisse und selbst zu forschen um auch im Weingarten noch Qualitätssteigerungen zu erlangen, sind bei uns allgegenwärtig. Unsere Tochter Katharina arbeitet mit Morillonweingärten, die sie für ihre Forschungen im Rahmen ihres Studiums an der Universität für Bodenkultur verwendet. Heuer bemüht sie sich im Rahmen eines großen Versuches neue Wege zu finden, um Botrytis im Weingarten zu vermeiden – wir sind gespannt!

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liebe Weinfreunde

Dienstag, den 29. Juli 2008

der Sommer ist zurückgekehrt,im Weingarten wächst und gedeiht es und manchmal glauben wir, wir sind im Urwald.Es fehlt ihm heuer an nichts.Sonne und Regen wechseln sich ab.
Das wichtigste ist momentan der Pflanzenschutz. Mit Hirn und Herz werden so sorgfältig wie möglich die Weinstöcke vor dem Krankheitsbefall geschützt.
Bedingt durch das feucht schwüle Wetter ist der Druck enorm.
Die Traubenzone wird entblättert um einen Feuchtigkeitsstau zu verhindern.

Der Verlauf der Vegetation ist heuer normal.
Der Erntebeginn wird voraussichtlich Mitte Oktober stattfinden. Die Quantität ist weniger als im Vorjahr.Qualität schaut bis jetzt gut aus.
Hoffentlich verschonen uns die Gewitter weiterhin.

Die Weine des Jahrganges 07 bekommen jetzt eine schöne Trinkreife.
Sehr fruchtig und knackig.Macht Spass.
Falstaff hat uns wieder sehr gut bewertet,4 Sterne natürlich und Top Punkte bei den einzelnen Weinen. Vinaria 3 Sterne.
Wir wünschen Ihnen einen restlichen schönen Sommer und unfallfreien Urlaub.
Fam.Schmelz

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Rotationen auf dem Weidner Weinfest

Sonntag, den 27. Juli 2008

Für das Weidner Weinfest hat sich das Wetter doch noch zum Besseren gewendet. Der gestrige Abend – und auch die Nacht – war lau. Zwölf Winzer brachten Kostproben ihrer Weine zum Platz vor der Kirche, mit Blues im Ohr und ein einem Grammelpogatscherl in der Hand ging man glasschwenkend von einem Baldachin zum anderen und kostete sich durch eine breite Wein-Palette. Mit einer guten Taktik (das Rotationsprinzip: vier Gläser von vier Personen mit je einer Kostoprobe gehen im Kreis) bekamen wir von fast jedem Wein ein paar Tropfen.

Claudia Hareter-Kroiss
Weingut Hareter
www.hareter.at

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Die Ergebnisse sind da …

Donnerstag, den 24. Juli 2008

Die im vorigen Blog beschriebene Arbeitsweise, nämlich die Knoblauch- und Brennnessel-Arbeitsweise, die Arbeitsweise, mit der man selbst den manchmal auftretenden Krankheiten offen gegenübersteht … Diese Arbeitsweise macht sich bei der Qualität bemerkbar und diese nach und nach auch bei anderen.

Der neue Falstaff-Guide ist aufgelegt, wir drinnen. Die Bewertungen sind nicht zu verachten: Vor allem die Note für den Zweigelt 2006 ist sehr erfreulich: 88 Punkte. So viele hat auch unser St. Laurent 2006. 89 Punkte gibt’s für den Cabernet Sauvignon, der auch detailreich beschrieben wird. Der Rosé ist mit 86 Punkten dabei, der Weißburgunder 2007 mit 87.

Wir nehmen die Punkte gern, nehmen sie aber nicht nur als Bestätigung oder gar als Kompliment, sondern als Ansporn für den noch im Keller liegenden und im Weingarten wachsenden Jahrgang. 

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Claudia Hareter-Kroiss

www.hareter.at

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Die Umstellung in voller Härte.

Dienstag, den 22. Juli 2008

Nicht einmal das Leben eines Winzers ist immer eitel Wonne. In unserem dritten Bio-Umstellungsjahr bescherte uns die Witterung eine günstige Ausgangslage für Oidium und Peronospora, echten und falschen Mehltau, zwei hartnäckige und vor allem unerwünschte Pilze. Sie befallen die Blätter, später auch die Trauben, überziehen sie mit einem weißen Film und machen letztendlich, dass sie absterben. Auf dem ersten und zweiten Bild kann man die welken und dürren Stellen gut erkennen. Was tut nun der Winzer dagegen? Er spritzt Backpulver gegen echten Mehltau. Außerdem setzt er Brennnesseln an. Mit diesem Auszug stärkt er die Abwehkräfte des Weingartens. Und das Allheilmittel gegen alle (oder wenigstens viele) Übel der Wein-Welt: Knoblauchjauche. Die hilft vor allem gegen den Traubenwickler, der heuer außerdem zugegen war. Ist der Pilz nun bekämpft, oder zumindest eingedämmt, werden die schadhaften Trauben weggeschnitten. Auf dem dritten und vierten Bild sieht man’s. Was übrig bleibt sind die starken, widerstandsfähigen Trauben. Ihnen allein kommt dann die volle Kraft des Stockes zu. So ergibt sich – will man denn den Pilzkrankheiten etwas Gutes abgewinnen – eine natürliche Auslese. Die Entscheidung, welche Trauben man beim Ausdünnen wegschneiden soll, wird einem dadurch zwar erleichtert, es geht aber auch langsamer vonstatten. Die Qualität der übrigbleibenden Trauben ist ausgesprochen hoch. Der Verlust durch die Pilze ist im Durchschnitt nicht höher als der, den wir durch die Ertragsregulierung jedes Jahr in Kauf nehmen.

Den genesenen Weingarten kann man auf dem letzten beiden Bildern sich anschauen! Um den Weingarten zusätzlich zu stärken, werden wir jetzt noch einmal die bewährte Brennnesseljauche ausbringen. Normalerweise verwenden wir diese Jauche nur bis zur Blüte; heuer allerdings brauchte der Weinstock zu viel Kraft zur Abwehr der Krankheiten. Diese Brennnesseln spritzen wir zur Stärkung auch in jene Weingärten, die völlig gesund sind.

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Claudia Hareter-Kroiss
www.hareter.at

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Jesuiten aus Österreich brachten den Wein nach Australien

Montag, den 21. Juli 2008

Wien-Sydney, 16.7.08 (KAP) 120 Liter Messwein haben die Organisatoren des Weltjugendtags in Sydney für die großen Eucharistiefeiern bereitgestellt. Und abseits der Gottesdienste wird wohl auch der eine oder andere Weltjugendtags-Pilger einen Tropfen australischen Weins probieren. Schließlich gilt dieser unter Kennern wegen seiner Qualität als einer der besten weltweit. Kaum jemand weiß allerdings, dass österreichische Jesuiten unter den “Gründungsvätern” der australischen Weinkultur sind.
1848 erreichte der gebürtige Tiroler Jesuit P. Alois Kranewitter gemeinsam mit einigen Mitbrüdern den Hafen von Adelaide in Australien. Unter der Führung von P. Kranewitter gründeten die Jesuiten im Süden Australiens im Clare Valley die Niederlassung Sevenhill und widmeten sich neben der Verkündigung des Evangeliums auch dem Anbau von Messwein. Die aus Europa mitgebrachten Schößlinge erwiesen sich dafür als sehr geeignet, der Grundstock für die heutige Weinkultur im Süden Australiens war gelegt.
Bis heute genießt nicht nur das Sevenhill-Missionszentrum der Jesuiten einen ausgezeichneten Ruf. Auch die “Sevenhill Cellars”, die noch immer von den Jesuiten betrieben werden, sind eine Fixstation auf den Routen der australischen Weintouristen. (ende)

Quelle: Kathweb-Nachrichten

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JULIGRÜN

Sonntag, den 20. Juli 2008

Selten sieht man bei uns im Juli noch die Natur in so üppigem Grün; meist zeigt sich aufgrund Trockenheit um diese Zeit bereits die Landschaft in ersten Gelb- und Brauntönen. Die heuer bisher sehr ergiebigen und gut verteilten Niederschläge mit angenehmen Temperaturen haben aber für ausgezeichnetes Pflanzenwachstum gesorgt.

Ein Kontrollgang durch unsere Weingärten war heute angesagt; das feuchte Wetter ist auch für Pilze ein idealer Nährboden und der Peronospora-Druck (Pilzkrankheit) besonders hoch.

Durch unsere exakte Laubwandpflege ( = händisches Abblättern in der Traubenzone, Einkürzen der Triebe mittels Laubschneidegerät, sowie vorbeugender Pflanzenschutz -) haben wir diese Problematik sehr gut im Griff und die Gefahr von Krankheitsbefall schon im Frühstadium stark reduziert.

Abends wird heute noch verkostet:                                     Unsere Top Cuveè ANIMO 2006 wird anfangs September gefüllt. Die in Barriques gereiften Chargen Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt sind bereits miteinander verschnitten worden und warten auf kritisches Urteil. Bevor der Wein zur staatlichen Prüfnummer eingereicht wird, soll alles passen. Es wird auf jeden Fall ein toller 2006er!

Weingut Kummer-Schuster, Halbturn

www.kummer-schuster.com

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Leid und Freud

Donnerstag, den 17. Juli 2008

Wir sind mit dem Trauben-Ausdünnen beschäftigt. Eine aufwendige Arbeit, die auch viel Gefühl und Naturverständnis verlangt. Die Entscheidung, wieviele Trauben am jeweiligen Rebstock belassen werden, hängt schließlich von seiner Wuchskraft ab.

Leider sind zwei unserer Rieden auch etwas von Hagelschlag betroffen. Individuelle Korrekturen sind hier besonders notwendig; ebenso rasches Reagieren mit entsprechenden Pflanzenschutz-Maßnahmen. In unserer “freien Werkstatt” bekommt man die Naturgewalten ab und zu heftiger zu spüren und muss sie akzeptieren!

Abgelenkt von unseren Sorgen hat uns aber ein besonderes Ereignis: wir haben einen Enkelsohn bekommen! Und der kleine David zeigt uns das Wunder Natur von seiner schönsten Seite.

Weingut Kummer-Schuster, Halbturn

www.kummer-schuster.at

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Wir feiern!

Donnerstag, den 17. Juli 2008

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Jede Münze hat zwei Seiten, so auch die erfreulich warmen Temperaturen der letzten Wochen und der ausreichende Niederschlag. Denn genau diese Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit hat dazu geführt, dass wir uns aktuell einem großen Peronospora-Druck gegenüber sehen. Dies ist eine gefährliche Pilzerkrankung, auch „falscher Mehltau“ genannt, die zu großen Ernteausfällen führen kann. Besonders wohl fühlen sich die Pilzsporen an windgeschützten Stellen, wo das Laub nach Regenfällen in Verbindung mit den warmen Temperaturen nicht so schnell abtrocknen kann. Grundsätzlich ist der Befall in der Westwachau stärker als im Osten und normalerweise gibt es auch typische „Ölflecken“ am Laub, die vor dem Befall warnen. Leider gibt es auch Sporen, die die Trauben direkt befallen, das ist besonders gefährlich. Derzeit verzeichnen wir zwar vereinzelte Schäden, durch den guten Traubenansatz vor allem beim Grünen Veltliner wird der Ausfall aber im Moment wieder ausgeglichen.

Neben der Arbeit im Weingarten sind wir mit den letzten Umbauarbeiten bei uns in Dürnstein beschäftigt, die ja bis Freitag, 25. Juli fertig gestellt sein müssen, wenn wir unser Sommerfest veranstalten. Konkret betrifft dies die Neugestaltung des Vorplatzes unseres Kellerschlössels sowie die Fertigstellung der „Brandy & Zigarren-Lounge“ in unserer Brennerei, in der wir künftig auch Verkostungen von Weinbränden durchführen werden – ohne Rauchverbot.
Unser Sommerfest bei der Domäne Wachau in Dürnstein, gleichzeitig die Feier zum 70-jährigen Bestehen unserer Genossenschaft, wird ein toller Event! Das Familienprogramm startet um 15 Uhr, das Konzert um 20 Uhr mit „Da Blechhauf´n“ plus anschließendem Feuerwerk ist ein Höhepunkt – ausgezeichnete Weine und regionale Schmankerln verstehen sich von selbst, der Eintritt ist frei! Wir freuen uns, wenn auch Sie zu unseren Gästen zählen!

Heinz Frischengruber – Domäne Wachau

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2,5 Milliarden Flaschen mit Schraubverschlüssen für 2008 erwartet

Donnerstag, den 17. Juli 2008

Etwa 2,5 Milliarden der alljährlich weltweit produzierten 17 Milliarden Weinflaschen sollen in diesem Jahr mit Schraubverschlüssen aus Aluminium verkauft werden. Dies meldet die französische Tageszeitung Le Figaro. Vor fünf Jahren waren es erst 300 Millionen. Auch andere Alternativen zum Naturkork wie Kunststoffkork, Kronenkork und Glasverschluss setzen sich immer weiter durch und dies jetzt offenbar auch in Frankreich, wo Weine mit Schraubverschluss bislang ein Imageproblem hatten vor allem in der Gastronomie und bei den Endverbrauchern. In Neuseeland kommen bereits 90 Prozent der Produktion ohne Korken aus, in Australien sind es 60 Prozent. Auch in Griechenland, Österreich und der Schweiz kommt längst mehr als die Hälfte der Flaschen ohne Korken in den Handel. Offenbar sind jetzt auch die traditionsbewussten Produzenten in Frankreich die Probleme mit den Naturkorken leid. „Der grösste Vorteil ist, dass der Wein aus allen Flaschen gleich schmeckt“, erklärt der Inhaber des Weingutes Jean-Claude Boillet in Burgund, das kürzlich einige seiner Topweine, die zu Preisen um 150 Euro pro Flasche auf den Markt kommen, mit Schraubverschlüssen versehen hat. „Wir haben viele Probleme mit Korkverschlüssen, manchmal sind reihenweise Flaschen unbrauchbar“, zitiert Le Figaro Renaud Laroche von der Laroche-Gruppe, die ca. 60 Prozent ihrer Jahresproduktion von 8,2 Millionen Flaschen bis hin zu einem Chablis für 79 Euro mit Schraubverschluss anbietet.

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