Seit gut einer Woche ist die Ernte abgeschlossen; belassen wurde allerdings eine Riede – bepflanzt mit Sauvignon blanc – für Prädikatswein.
Unser Hauptaugenmerk liegt nun in der Kellerarbeit. Hier zeigt sich, ob sich der hohe Arbeitsaufwand in den Rebanlagen aufgrund der extrem heißen Witterung während der Sommermonate und des regnerischen Septemberbeginns gelohnt hat.
Mit großer Sorgfalt werden die Jungweine nun täglich kontrolliert.
Die Weißweine präsentieren sich bereits jetzt mit sehr schöner Fruchtausprägung. Auch mit den Säurewerten sind wir sehr zufrieden – je nach Sorte zwischen 6,5 g/l bis 8,2 g/l. Unsere Möglichkeit, die Rebflächen mittels Tröpfchenberegnung während der heißen Tage mit ausreichend Wasser zu versorgen, dürfte der Grund für die angenehm pikant-reschen Noten der jungen Weißen sein. Sie liegen zwar noch auf der Feinhefe, beim Verkosten zeigen sie aber eine sehr elegante Stilistik – erinnern etwas an den JG 2004 , allerdings schon im Jungwein-Stadium etwas runder.
Viel Aufmerksamkeit verlangen auch die jungen Rotweine; sie befinden sich in ganz unterschiedlichen Stadien: z. T. noch in den Gärtanks, andere Chargen bereits beim biologischen Säureabbau. Jahrelange Erfahrung macht sich hier bezahlt; die verschiedenen Sorten benötigen “individuelle” Behandlung und Verarbeitung. Die Gärsteuerung muß auf das Traubenmaterial abgestimmt werden und unser Ziel ist immer, die mit viel Einsatz erlangte Traubenqualität auch im Wein zu erhalten. Sehr erfreut sind wir – soweit ein Urteil möglich – über die schöne Farbausprägung der jungen Rotweine. Auch zeigen sie sehr tiefe Aromatik, über Tanninreife und Dichte läßt sich noch etwas schwer urteilen.
Unser junges Sortiment kann auch heuer mit edelsüßen Weinen aufwarten; aus den Sorten Chardonnay und Zweigelt wurden bereits Prädikatsweine geerntet. Diese Spätlesen schätzen Liebhaber edelsüßer Weine und ihre Fruchtfülle, Reife und Dichte machen sie zu hervorragenden Speisebegleitern der gutgewürzten, kräftigen asiatischen Küche. Diese Weine verlangen gekühlte Lagerung; eine Nachgärung – und damit eine Reduktion des natürlichen Zuckergehaltes – muß tunlichst verhindert werden.
Es gilt zur Zeit viele natürliche Prozesse wie Gärung, biologischer Säureabbau etc. zu bewältigen; Konzentration und Übersicht sind in hohem Maße erforderlich. Beim “Werden des Weines” allerdings dabei sein zu dürfen ist jedes Jahr einmalig und unvergleichlich!
Ing. Alois und Traude Schuster / WG Kummer – Schuster, Halbturn
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