Monatsarchiv für September 2007

Montag 24.9.2007

Montag, den 24. September 2007

Die Presse läuft gerade und damit komme ich nun dazu etwas über den heutigen Tag zu berichten. Da man für Mitte dieser Woche einen Wetterumschwung mit Regen angekündigt hat, haben wir die, für diese Woche geplante Ernte auf Montag und Dienstag konzentriert. Heute stehen ein kleiner Teil Grüner Veltliner, sowie die letzten Chargen von Chardonnay und Weißburgunder an. Der Gesundheitszustand der Trauben ist perfekt, gerade hin und wieder findet man etwas Botrytis, was sich aber auf die Komplexität der Weißweine sicherlich positiv auswirken wird.

Am 22. Juni hatten wir in Tattendorf einen kräftigen Hagelschlag von durchschnittlich 30%. Dementsprechend geringer fallen die heurigen Ernteerträge aus. Qualitativ hingegen ist der heurige Jahrgang hervorragend. Die sonnigen Tage in Kombination mit den kühlen Nächten liefern optimale Vorraussetzungen für Weine mit hoher Zuckergradation und physiologischer Reife, in Kombination mit passender Säure und guter Frucht.

Der heutige Tag wird für mich wohl erst deutlich nach Mitternacht enden, wenn alle weißen Trauben des heutigen Tages gepresst sind.

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Weinlese – Gelber Muskateller

Montag, den 24. September 2007

pic00042.jpg pic00047.jpg  Auch wir haben mit der Ernte bereits begonnen. Heute werden die reifen, goldgelben ”Gelber Muskateller“ -Trauben der Riede Gamitz gelesen. Im Weingarten sind wir ganz genau: nur gesundes und reifes Traubengut kommt in die Lesebehälter und wird rasch ins Presshaus gebracht. Dort werden die Trauben gerebelt (vom Stielgerüst getrennt) und kommen dann in die Presse, wo sie für einige Stunden maceriert werden. Durch dieses ruhige Stehenlassen der Trauben werden die Inhaltsstoffe der Beeren besser ausgelaugt und der Most wird noch aromatischer. Heute Nacht werden die Trauben dann gepresst. 

Katharina Tinnacher

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WER WAGT GEWINNT

Montag, den 24. September 2007

DER HONORIGE LENZ MOSER HAT EINMAL IN DER ZEITSCHRIFT “WINZER”VOR DER ERNTE GESAGT:”NUR NICHT DIE NERVEN VERLIEREN”

 EISENBERG DÜRFTE IN EINER BESONDERS BEVORZUGTEN KLIMATISCHEN ZONE LIEGEN.WIR BEGINNEN ERST MORGEN MIT DER ZWEIGELTERNTE UND KONNTEN DAMIT DIE LETZTEN SONNENTAGE NUTZEN.FÜR DEN BLAUFRÄNKISCH IST DER ERNTETERMIN ZWAR MIT 13.OKTOBER GEPLANT ABER NATÜRLICH VOM WETTER ABHÄNGIG.

WIR HOFFEN,DASS DER KURZE KÄLTEEINBRUCH VOM WESTEN DAS SÜDBURGENLAND NICHT ERREICHT UND ZUMINDEST NIEDERSCHLAGSFREI BLEIBT.WIE SO OFT BEI WESTWETTERLAGEN.

BEIM GESTRIGEN BESICHTIGEN DER WEINGÄRTEN MIT MEINER SCHWESTER VERONIKA (KELLERVERANTWORTLICHE) HABEN WIR FESTGESTELLT,DASS IN EINIGEN BEREICHEN DER RIEDE SEYBRITZ DIE TROCKENSCHÄDEN IHRE SPUREN HINTERLASSEN HABEN.ES WIRD DAHER BESONDERS WICHTIG SEIN SELEKTIV ZU ERNTEN.DA KANN ICH MICH AUF MEINE LANGJÄHRIGEN ERNTER VERLASSEN.WARTEN WIR AB UND HOFFEN WIR AUF EINEN SCHÖNEN OKTOBER.

PS: MEIN FREUND REINHARD (WELSCHRIESLINGKÖNIG VON EISENBERG) HAT MICH GESTERN ANGERUFEN UND GEMEINT “ES STÜRMT” ALSO NICHTS WIE HIN UND STURM KOSTEN.EIN STURMSCHWIPSERL IST BERUFSPFLICHT EINES JEDEN WINZERS.

Mag. Johann Polczer
Weingut Polczer

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Erste Prognosen für den Jahrgang 2007

Montag, den 24. September 2007

Wenn auch noch nicht überall die letzten Trauben geerntet wurden, so gibt es doch schon erste Informationen über die Situation in den verschiedenen Ländern. Einen kurzen Überblick dazu finden Sie in den nachstehenden Kommentaren.

Italien
Die Ernteprognose lautet auf ca. 43,5 Mio Hektoliter, was ein Minus von rund 12% gegenüber dem Vorjahr bedeutet. In Sizilien hat der Peronospora-Befall für ein Minus von durchschnittlich 40% gesorgt. Vor allem sind Bio-Weine rund um Trapani extrem stark betroffen. In Apulien und den Abruzzen rechnet man aufgrund der geringen Ausbeute mit einem Rückgang von ca. 30%. Der Norden hingegen zeigt sich über alles gesehen als sehr stabil, die Mengen liegen im langjährigen Durchschnitt.
Wenn es auch noch keine konkreten Preisaussagen gibt, wird erwartet, dass die Weinpreise bis zu 10% steigen werden, vor allem für Pinot Grigio und Prosecco befürchtet man einen deutlichen Preisschub.

Frankreich
In Frankreich erwartet man die kleinste Ernte seit 1987. Insgesamt wird ein Minus von 7% gegenüber Vorjahr prognostiziert, was zu rund 49 Mio Hektolitern führen sollte. Die Ursache dafür liegt in den ungünstigen klimatischen Rahmenbedingungen im Sommer. Das kühle, regnerische Wetter hat den Vegetationsvorsprung zunichte gemacht. Im Süden gab es außerdem noch Pilzbefall. Die Rodung von ca. 16.000 ha Weinbergen tut ein Übriges. Aquitanien, Languedoc-Roussillon verzeichnen mengenmäßig die größten Einbussen. Im Midi ist der prozentual größte Verlust (-22%) zu befürchten. Das alles wird sich, dazu braucht man kein Prophet zu sein, auf die Preise auswirken.

Spanien
Das Traubenmaterial in Spanien ist extrem gesund, was qualitativ eine gute Ernte erwarten lässt. Mengenmäßig allerdings werden voraussichtlich “nur” 40 Mio Hektoliter geerntet werden, was mind. 10% unter der Vorjahresmenge liegt. Regional ist das Bild recht unterschiedlich. In La Mancha fehlen ca. 15% an Menge, 10% sind es in den Rotweingebieten Manchuela, Valencia, Utiel, Alicante und Jurmilla, während im Penedes die Ernte “normal” ausfallen soll. Die Preisentwicklung wird angeheizt aufgrund der bereits einsetzenden Anfragen aus Italien, Deutschland und Russland. Da die Keller, vor allem was den Weißwein betrifft, fast leer sind, wirkt sich das noch zusätzlich auf die Preisentwicklung aus. Wenn auch noch nicht definitiv, rechnet man mit Preissteigerungen von 10-15%.

Portugal
Auch aus dem Westen der iberischen Halbinsel hört man von signifikanten Mengeneinbussen von 20% und mehr, je nach Region sollen es sogar 40% sein. Die Preise dürften aber nicht in gleichem Ausmaß steigen. Im Gegensatz zu der aktuellen Hektik in Spanien und Italien, nehmen es die Portugiesen weit gelassener.

Österreich
Dazu warten wir auf die Kommentare unserer Partner-Winzer im VINOBLOG!

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WEINGUT SCHMELZ-JOCHING WACHAU

Sonntag, den 23. September 2007

Sehr geehrte Weinfreunde

Die Trockenheit des heissen Sommers konnten wir mit Bewässern der Trauben ausgleichen. Besonders die Weinstöcke auf den Terrassen , wo die Humusschicht nicht sehr dick ist, brauchen die Rebstöcke Wasser.

Unwetter und Hagel verschonten uns heuer und der Vegetationsvorsprung beträgt ca. 2 Wochen.Sehr schöne warme Herbsttage und  kalte Nächte, die Temperaturen fallen bereits auf ca. 6-8 Grad geben den Trauben Süsse und Rafinesse.

Für uns Winzer beginnt am Montag die wohl schönste Zeit des Jahres. Wir ernten die Früchte für ein ganzes Jahr an Arbeit.Die Weinlese beginnt.Geplant sind Grüner Veltliner Steinfeder aus der Riede Buschenberg.

Johann und Thomas Schmelz- die beiden “Weinmacher” freuen sich schon auf die ersten Trauben. Jeder Jahrgang ist eine neue Herausforderung, und  heuer wo die Trauben besonders schön sind ist es eine doppelte Erwartung.

 

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Ein “Schwips” zum 85-er

Sonntag, den 23. September 2007

Damit der Schwips, unser Frizzante, bleibt, wie er ist, wurde gestern seine Gärung mithilfe einer Filtration gestoppt. Schon seit Tagen gluckste er nur mehr schwächlich dahin, die Hefen waren müde und das merkte man ihnen bei der täglichen Verkostung auch an. Der Alkohol wurde nicht mehr, die Restsüße blieb – und diese Kombination macht diesen Schwips sehr angenehm! Auf was ich mich außerdem und sehr besonders freue: Wir bekommen auch einen roten Schwips! Lieblich wie sonst was … und diese Tannine hinten am Gaumen … ganz zu schweigen von der Farbe … zu jeder Tageszeit eine Wonne – das ist bereits erprobt. Genug geschwärmt …
Heute beim Sonntagsfrühstück ließen wir die Gedanken in die Vergangenheit schweifen: Die Zeit in der Weinbauschule Krems, das erste Schulprojekt (ein Weißwein im Barrique), der erste richtig erfolgreiche Wein im eigenen Betrieb: Zweigelt 1997 im Landessieger-Stechen. Was uns auffiel: die Weine waren anders als jetzt; jetzt, oder besser: seit 2000, ohne Filtration, haben sie mehr Charakter.
Warum wir in die Vergangenheit gekommen sind: Unser Opa feiert heute seinen Geburtstag, seinen fünfundachtzigsten.
Dies war unsere erste Blog-Woche. Die nächste folgt in vier Wochen, nämlich vom 15. bis zum 21. Oktober …

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Claudia Hareter-Kroiss
Weingut Thomas Hareter
http://www.hareter.at/

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balancieren und verkosten …

Freitag, den 21. September 2007

Auch heute wurde einer unserer Roten gepresst: der Zweigelt Klassik. Der Zweigelt Alte Reben ist schon etwas weiter: er wurde in ein anderes Fass gepumpt, um ihn zu lüften. So balancieren sich die Tannine aus, sie polymerisieren.
Eine Abwechslung in den Nach-Lese-Alltag brachte ein Besuch aus Vorarlberg. Beim Kosten durch das Sortiment fiel uns auf, dass die Trilogie 2005 bei unseren Gästen aus dem Ländle noch unbekannt war …

Claudia Hareter-Kroiss
Weingut Thomas Hareter
www.hareter.at

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Grüne Helfer …

Donnerstag, den 20. September 2007

Heute wurde die Begrünung zwischen den Weingartenreihen gehäckselt; nächste Woche werden neue Pflanzen angebaut (die Mischung „Landsberger Gemenge“). Durch die Bepflanzung werden die Auswirkungen der Monokultur beseitigt, die verschiedenen Gewächse helfen dem Weingarten, sein Bestes aus sich herauszuholen. Die Pflanzen sind wichtiger Lebensraum für Nützlinge, bedeutsam für die Humusschicht, für die Nährstoffaufschließung und die Versorgung der Reben. Im Rahmen unserer Bio-Umstellung wird selbstverständlich kein Kunstdünger verwendet – umso wichtiger ist eine ganzjährige Begrünung, die mithilfe der richtigen Gräser-Leguminosen-Mischung gleich mehrere Aufgaben übernimmt.

Claudia Hareter-Kroiss
Weingut Thomas Hareter
www.hareter.at

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Der Pinot muß atmen

Mittwoch, den 19. September 2007

Mittwoch Morgen, kaum zu glauben, aber der Himmel ist klar und blau. Noch gestern Abend und in der ersten Nachthälfte gab’s etwas Regen, doch es hat abgetrocknet und so gehen unsere Erntehelfer wieder ans Werk, für heute steht Blauer Zweigelt auf dem Programm, die Trauben für den “Klassik” werden geerntet. Es soll ein  fruchtiger, traditioneller Rotwein werden, perfekt dafür die Gradation mit 18° KMW, reifer Säure und gutem Farbstoffgehalt.

Gut gestärkt nach dem Gabelfrühstück geht’s an die sensorische Kontrolle (die restliche Kontrolltätigkeiten übernimmt das Gärsteuersystem: Gärtemperatur, Überflutungszeiten und Sauerstoffdosage erledigt es präziese nach unseren Vorgaben) der Rotwein-Gärtanks die Ende der letzten Woche befüllt wurden. Beim Pinot Noir sind Franz jun. und ich einig: er befindet sich nun in der stürmischen Gärphase und braucht unbedingt Luft. Also eine große 500-Liter Box unter den Gärtank, auf mit dem Kugelhahn und der tiefrote Saft fällt aus dem Tank hinein, sofort entwickelt sich jede Menge Schaum, ein Zeichen dafür, dass sich viel Kohlensäure angesammelt hat die auf diese Art entweichen kann. Die Umwälzpumpe des Tanks befördert den Saft wieder oben in den Tank zurück, für ca. eine halbe Stunde wird dieser Kreislauf aufrechterhalten. Ziemlich arbeitsaufwendig, aber der Wein dankt es mit stabilerer Farbe, komplexerer Stilistik und besser eingebundenen Tanninen.  

Am späteren Nachmittag noch eine kurze Runde durch die Weingärten die in den nächsten Tagen zur Ernte vorgesehen sind um das Programm für morgen zu fixieren. Ein paar Instruktionen noch an den Sohnemann, denn ich mach mich jetzt ans Kofferpacken, morgen gehts für zwei Tage nach Bozen.

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Wie schmeckt der Neue?

Mittwoch, den 19. September 2007

Dienstag Vormittag, um 10.40 Rückflug mit der AUA aus dem kalten, verregneten Brüssel. Zurück am Weingut erst sofort mal in den Keller, es interessiert mich schon brennend wie der Jungwein vom Frühroten Veltliner sich entwickelt, am Samstag wurde er von der Hefe gezogen. Bis Ende nächster Woche soll er auf der Flasche sein, schließlich warten viele Kunden schon sehnsüchtig auf den neuen Jahrgang. Der natürliche Sedimentationsprozess geht im Holzfass schneller vor sich, deswegen wurde unser Jungwein in zwei große 3.000l Fässer gefüllt. Mit dem Heber vorsichtig etwas Wein herausgenommen: er beginnt sich schon zu klären, die grüngelbe Farbe kann sich gegen die Trubstoffe schon etwas durchzusetzen, der zarte Duft eines frischen Obstkorbes ist noch etwas von der Hefe beeinflußt, die Säure ist pikant aber sehr harmonisch, zartes prickeln auf der Zunge, verspricht ein frischer Botschafter des neuen Jahrgangs zu werden.

Der St. Laurent steht heute auf dem Leseplan, einmalig gesundes Lesegut bringen unsere Leser aus der Ried Kogel, eine warme, sandig-schottrige Lage auf den ersten Terrassen des Wagrams, genau richtig für diese frühreife Sorte. Der Rebler trennt Beeren und Stielgerüst und schon 20 min. nach dem Eintreffen auf dem Weingut sind alle Trauben im Maischegärtank.

Ein Blick auf die Uhr sagt es ist höchste Zeit für die Fahrt nach Wien, um 18.00 beginnt die Präsentation des neuen “WW1″- Jahrganges in der Erste Bank Lounge am Petersplatz. Ein Jahr dauert es, bis der Top-Grüne Veltliner eines jeden Mitgliedsbetriebes der “Weingüter Wagram” auf den Markt kommt, heute wird er zum ersten mal Journalisten und Weinfreunden vorgestellt. Ein großartiger Rahmen für große Weine, die Mitglieder des Falstaff VIP Gourmet Clubs die ebenfalls zu diesem Abend geladen sind, sind begeistert. Feste haben es so an sich, dass man nicht früh ins Bett kommt, wenn da dann nicht morgen schon wieder ein Arbeitstag wäre… 

Franz Leth

  

 

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